Haifa – Auf den Spuren von Jesus im heiligen Land

Heute haben wir den ersten Hafen in Israel erreicht. Endlich einmal Israel zu besuchen liegt mir sehr am Herzen und ein lang gehegter Wunsch ist heute wahr geworden. Warum, darauf werde ich morgen etwas mehr eingehen.

Auf
Kims Wunsch hin haben wir einen Ausflug auf den Spuren von Jesus
Christus gebucht. Ich gebe zu, dieser Ausflug war nicht meine erste
Wahl, er führt uns aber an den See Genezareth, was ich auch als sehr
spannend empfunden habe. Nach einer sehr sehr langen langen Schlange
an der Passkontrolle ging es dann los. Ich möchte euch die einzelnen
Stationen etwas näher bringen.

Nazareth,
der Ort der Verkündigung

In
Nazareth ist Erzengel Gabriel der Maria erschienen und hat ihr
angekündigt das sie den Sohn Gottes gebären würde. Der Beginn der
christlichen Geschichte. Damals war Nazareth ein kleines Dorf mit
wenigen Einwohnern. Heute ist es für israelische Verhältnisse eine
mittelgroße Stadt und in arabischer Hand. Araber und Juden leben in
Israel weitestgehend getrennt von einander in verschiedenen Städten
und Dörfern. Nazarath gehört zum arabischen Teil was man daran
merkt das praktisch alles sowohl in hebräisch als auch arabisch
beschriftet ist.

In
den 60er Jahren wurde an der Stelle der Verkündigung eine neue Kirch
gebaut. Man kann im inneren in die Höhle, den Ort des Ereignisses
hinein sehen. Der architektonische Stil des Brutalismus ist dabei
insbesondere im inneren deutlich. Sehr ungewohnt. Eine weitere
Besonderheit der Bauweise sind die zwei Etagen die die Kirche hat.
Unten befinden sich die Reste der alten Kirche, oben ein großer
heller Gebetsraum.

Direkt neben der Verkündigungskirche gibt es eine weitere kleine Kirche. In deren Krypta soll sich die Wohnhöhle (das war hier damals üblich) von Josef befunden haben. Es ist eine sehr schöne, fröhliche, internationale Stimmung an diesem Ort gewesen. Gefühle einer spirituellen Inspiration konnte ich hier aber nicht empfinden.

Capharnaum – Jesus trifft Petrus

In
Carpharnaum trifft uns das erste mal die volle Wucht des religiösen
Massentourismus. Vor der Anlage stehen sicher 20 Reisebusse mit
Touristen aus aller Welt. Viele davon organisiert von speziellen
christlichen Reiseanbietern , die Amerikaner begleitet von ihrem
Reverend. Auch hier kann ich keine Spiritualität verspüren. Die
Massen sind zu groß, der Bezug zum geschehenen einfach zu schwach.

In Capharnaum hat Jesus eine Zeit lang gelebt und auch in der Synagoge gelehrt, die Überreste dieser Synagoge kann heute noch besichtigt werden. Er wohnte dabei zeitweise im Haus der Schwiegermutter des Petrus.

Mittagspause
am See Genezareth

Zur
Mittagszeit war ein Mittagessen in einem Restaurant direkt am
wunderschönen See Genezareth geplant. Die ca. 10 Reisebusse vor der
Tür ließen nichts gutes erahnen und das Restaurant mit dem schönen
Namen St. Peter Restaurant hat rein äußerlich seine besten Tage
bereits hinter sich gebracht. Im inneren eine wunderbare Atmosphäre
von lauten Wartesaal. Massenspeisung at its best.

Hier
zeigt sich dann aber wieder einmal das man sich vom äußeren so
eines Lokals nicht irritieren lassen soll. Zur Vorspeise gab es eine
große Salatbar mit Humus und weiteren regionalen Spezialitäten .
Einfach toll! Und als Hauptgericht haben wir den St.Petersfisch und
einen Kebabspieß probiert. Beides einfach Phantastisch,

Der See ist deutlich größer als ich es eingeschätzt habe. Sieht man über das Wasser schaut man direkt auf die sich anschließenden Golanhöhen. Man sieht aber auch eines der größten Probleme des Landes. Den Wassermangel. Jetzt am Ende des Sommers ist es normal, dass der Wasserstand etwas gestunken ist, immerhin ist der See das einzige Süßwasserreservoir des Landes. Dieses Jahr ist der Pegel aber zu stark gesunken. Israel setzt zunehmend auf die Meerwasserentsalzung um Trinkwasser zu gewinnen. Erfolge sind erkennbar, für den See und insbesondere das schrumpfende Tote Meer muss aber noch mehr passieren um den Erhalt zu garantieren.

Die Brotvermehrung

Am Ort der Brotvermehrung, Jesus sprach vor vor einer großen Gruppe von Menschen und durch ein Wunder reichte das Brot für alle Anwesenden wurde vor ein paar Jahren von einer christlichen deutschen Orgsnisation eine Kirche gebaut. Ein sehr schöner Ort mit einem Olivenbaum in einem Innenhof. Ich bin immer wieder erstaunt, dass viele Kirchen im heiligen land erst in denletzten Jahren gebaut worden sind . Entweder tatschlich erbaut oder neugebaut. Nach meinem Verständnis sollten hier bereits seit Jahrhunderten an den Orten andenen Jesus gewirkt hat Kirchen stehen.

Die
Bergpredigt

Ganz
in der Nähe befindet sich der Berg auf dem Jesus sein Bergpredigt
gehalten hat. Und vorneweg, dies ist tatsächlich der erste Ort auf
dieser Rundreise auf den Spuren von Jesus der mich spirituell etwas
erreicht hat. Die zentrale Bedeutung der Bergpredigt ist auch mir als
eher ehemaligem Christen bewusst. Und der Ort ist tatsächlich ein
wenig magisch. Hoch oben über dem See Genezareth hat man einen
wunderschönen Garten aus dem Areal gemacht. Im Zentrum steht die
Kirche an genau dem Platz an dem Jesus gepredigt haben soll.

Wirklich störend sind die Unmengen an Touristen die jeden dieser Orte stürmen. Eines der Heiligtümer zu sehen ist gar nicht so einfach seit es in Mode gekommen ist an solchen Orten nicht mehr zu beten, sondern ausgiebig Selfies zu machen. Ja ich weiß, dass sagt in diesem Fall auch ein Tourist, aber ich bilde mir ein deutlich zurückhaltender zu agieren wenn es im die religiösen Gefühle anderer geht.

Der
Taufplatz am Jordan

Für mich eigentlich der Höhepunkt des Ausfluges. Den Jordan habe ich mit wesentlich größer vorgestellt das ist maximal ein kleines Flüsschen, dass sich dicht bewachsen durch die Landschaft schlängelt. Malerisch! An der Stelle an der Johannes der Täufer seinerzeit Jesus getauft hat wird auch heute getauft. Und das zu hunderten jeden Tag, Dies tut der spirituellen Stimmung aber keinerlei Abbruch. Es ist sehr faszinierend, ja berührend, wie die Menschen in ihren weißen Gewändern im Wasser stehen und sich zur Taufe oder Erneuerung der Taufe im Jordan untertauchen lassen. Es gibt andächtige Taufen bei der die Menschen ganz bei sich sind, es gibt Taufen die von ganzen angereisten Gemeinden gefeiert werden. In jedem Fall habe ich als Ehre empfunden, in diesem Moment der Initiation dabei sein zu dürfen. Ich war ergriffen von der unbändigen Freude in den Augen der frisch getauften, von den Tränen, von Menschen die einfach überwältigt waren vom gerade erlebten und ihrem mit Gott geschlossenem Bund.

Ein
Tag auf den Spuren von Jesus Christus. Sicherlich nicht der Ausflug
den ich ausgesucht hätte aber es war beeindruckend diese Stätten
besucht zu haben. Auch wenn ich mich heute nicht mehr als Christ
bezeichne, bin ich doch mit Jesus groß geworden.

Was
ich aber auch gesehen habe ist ein wunderschönes Land. Israel ist in
der Region zwischen Küste und See Genezareth unglaublich grün. Die
in die Hänge der Berge gebauten Siedlungen sind in der Ferne
teilweise wunderschön anzusehen. Es ist ein modernes Land, kaum zu
glauben das hier vor 70 Jahren die ersten jüdischen Siedler als
Bauern ihr Leben im heiligen Land begonnen haben.

Morgen geht es nach Jerusalem.

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