Athen – “Die kommt wieder! Nana Mouskouri ist unsterblich”

Den gestrigen Seetag
haben wir gebraucht. Die Eindrücke in Ägypten mussten etwas Zeit
zum Verarbeiten haben. So eine Kreuzfahrt kann ganz schön
erschöpfend sein. Das glauben viele nicht, aber jeder Strandurlaub
verbringt mehr Zeit an Strand und Pool als der durchschnittliche
Kreuzfahrer.

Nun aber Athen, der
letzte Hafen auf unserer Reise. Streng genommen legen wir in Piräus
an, die Stadt war schon immer der Hafen von Athen. Piräus ist der
größte Passagierhafen am Mittelmeer. Wenn man an Deck das Treiben
im Hafen beobachtet sieht man eine Fähre nach der anderen ein- und
ausfahren. Die vielen griechischen Inseln werden von hier angefahren.
Daher das große Aufkommen. Aber auch der Güterhafen gehört zu den
größten am Mittelmeer und der Umschlag wird noch stark steigen.
Aufgrund der rigiden europäischen Sparauflagen musste der Hafen
verkauft werden. Die Chinesen haben zugegriffen und wollen den Hafen
zu einem Drehkreuz für den Handel mit Europa ausbauen. Rotterdam und
Hamburg werden hier das Nachsehen haben. Das war dann wohl ein
Eigentor würde ich sagen.

Die beiden Städte
so miteinander verwachsen, dass der Übergang gar nicht wahrnehmbar
ist.

Athen besuche ich
nicht zum ersten Mal. Vor ein paar Jahren war ich schon einmal im
Rahmen einer Kreuzfahrt in der griechischen Hauptstadt und Wiege der
europäischen Demokratie.

Nun, es ist wieder eine Reise wert gewesen. Nach einer kleinen Panoramafahrt (ein toller Begriff dafür, dass man mit dem Bus einfach an Sehenswürdigkeiten vorbeifährt und dabei im Stau steht) haben wir uns die Agora angesehen. Das ist ein Bereich in dem z.B. der Rat der 500 getagt hat, die Urform des Parlamentes. Eine wirkliche Besonderheit ist das Hephaistaion, ein alter Tempel. Im Gegensatz zu vielen anderen antiken Denkmälern wurde dieser nicht wieder aufgebaut sondern steht seit ca. 2500 Jahren an dieser Stelle. Gerettet hat ihn wohl die Tatsache, dass er später als Kirche genutzt worden ist und deswegen z.B. nicht als Quelle für Baumaterial diente.

Die Akropolis selbst ist mit ihren z.T. rekonstruierten Tempelanlagen unglaublich beeindruckend. Allein der Pantheon ist riesig. In ihm stand einst eines der Hauptheiligtümer der Athene. Der Pantheon in Verbindung mit der Stadtgeschichte gehört als Symbol der europäischen Demokratie meiner Meinung nach zu den wichtigsten Denkmälern, die wir in Europa haben.

Wer oben auf der Akropolis steht wird noch etwas anderes feststellen, der Blick über Athen ist einfach einmalig. Denn im Gegensatz zum Tempelberg in Jerusalem stellt das Hügel des Pantheon tatsächlich die höchste Erhebung der Stadt dar. Zumindest war dies so solange Athen nicht in die umgebenen Hügel hinein und drumherum gewachsen ist.

Unser Reiseleiterin
war ein wandelndes Geschichtslexikon, das mit Zahlen, Daten und
Fakten einfach nur so um sich geworfen hat. Die Informationsdichte
war gewaltig. Ich habe irgendwie das Gefühl, das ich bei meinem
letzten Besuch dieselbe Reiseleiterin hatte. Sie ist einfach ein
griechisches Original. Ihr liegt das Herz auf der Zunge. Sie hatte
einen trockenen Humor, der einfach entwaffnend war. Sie hat über so
ziemlich alles geflucht was in Griechenland passierte und konnte sich
dabei wunderbar selbst auf die Schippe nehmen.

Unvergessen, beim Blick in das alte römische Theater am Hang der Akropolis: Dieses Theater wird noch genutzt. Nana Mouskouri hat hier z.B. ihr Abschiedskonzert gegeben. Dann ganz lapidar: Aber die kommt wieder. Nana Mouskouri ist unsterblich.

Zuletzt noch ein typisch griechisches Mittagessen in Altstadt, der Plaka. Diese ist am Hang des Hügels rund um die Akropolis angelegt. Sie besteht aus einem Gewirr von kleinen Gassen und Treppen. Natürlich ist an einigen Stellen der Massentourismus das beherrschende Bild. Es gibt aber auch eine Vielzahl von ruhigen, geradezu malerischen Plätzen inmitten der quirligen,lauten Millionenstadt Athen.

Ganz ohne Jesus ging es aber auch hier nicht. An einem Felsen direkt an der Akropolis befindet sich ein großer Felsen an dem der Apostel Paulus von Jesus gepredigt hat. Athen ist nicht nur der Ausgangspunkt der Demokratie sondern auch eine wichtige Station des Christentums auf dem Weg nach Europa.

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